Götheburg

Götheburg ist mit 526.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt in Schweden. Die Stadt hat seit den 1970er Jahren einen Wandel vollzogen von der Industriestadt zur “Wissenschaftsstadt” mit der Universität Götheburg und der Chalmers University of Technology. Götheburg hat ein reiches kulturelles Leben, ist aber auch eine der am stärksten segregierten Städte Schwedens. Soziale Nachhaltigkeit und Integration stehen daher oben auf der Agenda der Stadt. Der Bereich Hammarkullen liegt im Stadtteil Angered, einem der zehn Stadtbezirke Götheburgs nordöstlich der Innenstadt. Angered, charakterisiert sowohl durch Agrarlandschaften als auch durch Großwohnsiedlungen, entstand in den späten 1960er bis frühen 1970er Jahren als Teil des schwedischen “Millionen-Häuser-Programms”.

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Bereich und Gebäudebestand

In Angered leben 49 000 Einwohner, 7800 davon im Bereich Hammarkullen.

Hammarkullen ist wie viele andere Wohngebiete, die im Rahmen des  “Millionen-Häuser-Programms” gebaut wurden, als ein Viertel mit großen Gebäuden und sozialen Probleme gebrandmarkt. Heute haben mehr als 80 % der Bevölkerung in Hammarkullen einen Migrationshintergrund, und etwa 57 % der Einwohner sind im Ausland geboren. Viele sind als Flüchtlinge hierhergekommen. Das mittlere Einkommen in Hammarkullen beträgt etwa 54 % des Durchschnittseinkommens von Götheburg, und 29 % der Familien erhalten Sozialleistungen.

Teile der Gebäude sind Großwohnanlagen, die zwischen 1969 und 1970 erbaut wurden. Einer dieser Blöcke ist über 300 Meter lang. Es gibt aber auch Bereiche mit drei-stöckigen Gebäuden und kleinen Reihenhäusern und Villen.

In Hammarkullen gibt es Schulen, Kindergärten, ein Einkaufszentrum, ein Altenheim und ein öffentliches Schwimmbad aus Ende der 1960er Jahre. Eine Sporthalle wurde im Jahr 2004 gebaut.

Technische Merkmale

Die städtische Wohnungsgesellschaft Bostadsbolaget, der 1345 Apartements gehören, sanierte vor 5 Jahren die Fassaden der meisten ihrer Gebäude. Im Zuge der Modernisierung erhielten einige der Wohnungen zusätzliche Räume.

  • Über 1000 Wohnungen werden saniert.
  • Die Gebäude gehören sowohl der Stadt als auch privaten Eigentümern.
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Die wichtigsten Herausforderungen

Eine der größten Herausforderungen ist es, das Stigma der Region zu brechen, so dass die Menschen hier wohnen bleiben, auch wenn sie die Möglichkeit haben, anders wohin zu ziehen. Eine andere Herausforderung ist es, Wege und Finanzierungsmodelle zu finden, um den Gebäudebestand ohne große Mietsteigerungen zu renovieren, so dass diejenigen, die hier leben,  sich dies auch nach der Sanierung leisten können. Es ist auch von großer Bedeutung, das äußere Erscheinungsbild und die Außenbereiche der Gebäude aufzuwerten. Schließlich gibt es noch die Herausforderung, Wohnungsunternehmen zu finden, die hier neue Häuser bauen möchten.

In Götheburg herrscht eine ernst zu nehmende Wohnungsnot mit einem großen Einfluss auf Hammarkullen, wo viele Familien unter beengten Bedingungen wohnen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass 6 bis 10 Personen in einer Zwei-Zimmer-Wohnung leben. Eine große Herausforderung ist es, Wohnungsunternehmen und Betriebe der Bauwirtschaft zu finden, die auch hier neue Wohnungen bauen. Über 1000-1500 Menschen haben ihr Interesse an einer frei werdenden Wohnung in Angered bekundet.