Wien

Wien ist die Bundeshauptstadt Österreichs, nah der Grenze zu Ungarn gelegen. Der EU-GUGLE-Distrikt Penzing ist der 14. Stadtbezirk. Das Wiener Tor nach Westösterreich und zum Natura 2000-Schutzgebiet, dem Biosphärenpark Wienerwald, umfasst rund 3,374 ha mit einem Freiflächenanteil von 60 %, inklusive Teile der Wälder im Umland Wiens.

Alle im Projekt vorgesehenen Demonstrationsgebäude haben schlechte Energiekennzahlen und benötigen dringend die vorgesehenen Sanierungen. Die Schwerpunkte liegen auf der effizienten Sanierung von 62.546 m² Bruttogeschossfläche mit vorfabrizierten Fassadenelementen, der intelligenten Integration Erneuerbarer Energien in Gebäuden und die Realisierung erforderlicher Begleitmaßnahmen, um einen Stadtbezirk hoher Qualität zu schaffen.

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Beschreibung der Stadt und des Pilot-Distrikts
Der Distrikt hat 84.362 Einwohner. Es dominiert die Altersgruppe der zwischen 40 und 50 Jährigen.

Die ausgesuchten Privatgebäude spiegeln die verschiedenen Eigentumsverhältnisse der Wohnungen/Häuser in Wien wider. Sondertreffen mit „Hausvertretern“ werden organisiert, um Ausgangsdaten der sozialen Wohnungsbaugesellschaft Wiener Wohnen und anderer Partner abzugleichen. Während der Vorbereitungsphase werden ebenso Besonderheiten der Gebäude erfasst.

Die Demonstrationsgebäude wurden zwischen 1952 und 1972 errichtet und werden zum Wohnen genutzt. Die Objekte sind rechteckig gebaut mit unterschiedlicher Südorientierung der Fassaden. Jedes Gebäude verfügt über Treppenaufgänge zu den Wohnungen. Die Gebäude haben jeweils 4-5 Wohnetagen.

  • 62.546 m² Bruttogeschossfläche wird saniert
  • 3592 Einwohner in den sanierten Gebäuden
  • 1038 Wohnungen werden modernisiert

Gebäudetypen im Distrikt, für die eine Sanierung vorgesehen ist, sind Wohnungsgebäude und sozialer Wohnungsbau, bewohnt von Mietern und Wohnungseigentümern.

Technische und nicht-technische Maßnahmen

Demonstration mehrerer innovativer Integrationsmaßnahmen und unterstützender Technologien, wie:

  • Dezentrale Lüftungsanlagen,
  • Smart Meter,
  • Integration von Biogas,
  • gebäudeintegrierte PV-Anlagen,
  • Solarthermie.
  • Austausch dezentraler, fossiler Heizsysteme durch erneuerbare Heizsysteme.
  • Symbiotische Integration von grünem Strom.
  • Sozio-ökonomische Evaluation.

Partizipative Aktionen Forschung.

Map Vienna

Auswirkungen

Die Maßnahmen zur Energieeffizienz erreichen rund 55-65 Prozent Energieeinsparung.

Sozio-ökonomische Auswirkungen auf den Distrikt

Datenerhebungen zur Planung und Implementierung werden durchgeführt, um Informationen über die Gebäudehülle, Sanierung und HLK (Heizung, Lüftung und Klimatechnik) der realisierten Demonstrationsprojekte zu erstellen.

Zudem werden Monitoringdaten erhoben, um die Messresultate mit den Berechnungen zu vergleichen. Interviews mit ausgewählten Endverbrauchern werden durchgeführt, um Interaktionen von energiebezogenem Konsumverhalten zu erfassen und Lehren zu ziehen, wie verbraucherzentrierte Strategien effektiv eingesetzt werden können.

Finanzierungsmodell

Das Projekt Smart District beruht auf der Entwicklung eines interdisziplinären, stadtteilbezogenen Geschäftsmodells als richtungsweisendem Multiplikatorprojekt. Dieses umfasst Eigentumsmanager, Gebäudenutzer und Partner aus der Industrie. Die Gesamtkosten der vorgesehenen Energieeinsparmaßnahmen zur Nachrüstung an Privatgebäuden wurden berechnet und unterteilt in strukturelle (Erhaltung) und energetische Effizienzmaßnahmen. Bei einer angenommenen Lebensdauer von 30 Jahren, ohne Inflation und Steigerungsrate der Energiepreise, ist für die vorgeschlagenen Maßnahmen eine Amortisationszeit von rund 15 Jahren zu erwarten, was einer Rendite von 5,5 Prozent entspricht.

Herausforderungen

Innerhalb des regionalen Regelwerks in Wien bestehen mannigfaltige regulatorische Fragen bezogen auf Mieter und Wohnungs- bzw. Hauseigentümer, welche beachtet werden sollten. Um diese anzugehen oder im Idealfall zu überwinden, werden Handlungsempfehlungen aufgestellt.

Basierend auf Erfahrungen aus anderen Demonstrationsprojekten werden leichte und verständliche Informationen für Mieter und andere Gebäudenutzer bereitgestellt. Diese umfassen finanzielle und soziale Aspekte der Sanierung. Treffen mit Hausvertretern werden organisiert.

Beginn und Ende der Arbeiten: 01.04.2013 / 31.03.2018